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Mietverträge müssen in Deutschland grundsätzlich schriftlich abgeschlossen werden. Üblicherweise wird im Mietvertrag die Kaltmiete beziffert, also die Miete für die reine Raumnutzung. Hinzu kommt meist noch ein Betrag für die Nebenkosten, den Mieter zusammen mit der Kaltmiete monatlich ebenfalls an den Vermieter überweisen müssen. Welche Leistungen unter die Nebenkosten fallen, kann von Mietvertrag zu Mietvertrag variieren. Klären Sie mit dem Vermieter vor Abschluss eines Mietvertrages, was Teil der Nebenkosten ist und welche Kosten darüber hinaus auf Sie zukommen könnten. 
Die monatlichen Abgaben für eine Mietwohnung in Form von Betriebs- oder Nebenkosten können unter Umständen höher sein als die vom Vermieter verlangte Nettomiete. Dazu zählen beispielsweise Kosten für:

  • Kalt- und Warmwasser
  • Heizung
  • Strom
  • Müllabfuhr
  • Abwasser

Ferner können gegebenenfalls folgende Kosten entstehen:

  • Kosten für Hausreinigung, Hauswart, Schornsteinfeger oder Gartenpflege
  • Versicherungen
  • Kabelanschluss
  • Kosten für Gemeinschaftseinrichtungen

Diese Nebenkosten sind unterschiedlich hoch, je nachdem,

  • wie viele Personen in der Wohnung leben (wirkt sich vor allem auf Wasser- und Stromverbrauch aus),
  • wie viele Räume es gibt und welche davon benutzt werden (wirkt sich vor allem auf den Wärmeverbrauch aus),
  • wie die Wohnung ausgestattet ist (eine bessere Isolierung bewirkt niedrigere Heizkosten) und
  • welche zusätzlichen Aufwendungen bezahlt werden müssen (z.B. wenn ein Aufzug oder ein Garten vorhanden ist).

Für die Nebenkosten werden in der Regel monatliche Vorauszahlungen verlangt, die auf einer Schätzung des Verbrauchs beruhen. Nach Ablauf eines Jahres wird dann auf Grundlage der konkret angefallenen Kosten abgerechnet. Es kann sein, dass Sie Geld erstattet bekommen, aber auch, dass Sie nachzahlen müssen, wenn Sie beispielsweise viel Wasser verbraucht haben. Es empfiehlt sich daher, in regelmäßigen Abständen die Zählerwerte zu vergleichen und die Vorauszahlungen gegebenenfalls anzupassen.

Achtung!

Nicht alle Kosten einer Wohnung oder eines Hauses dürfen den Mietern in Rechnung gestellt werden. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall genau, welche Nebenkosten umlegbar sind und welche nicht. Fachliche Beratung in allen Miet- und Wohnungsfragen erhalten Sie bei Mietervereinen, die in jeder größeren Stadt zu finden sind, u.a. in Karlsruhe und Baden-Baden. Darüber hinaus ist bei Einzug in eine Mietwohnung in der Regel eine Kaution zu hinterlegen. Die Kaution ist eine Geldsumme, die Sie als Sicherheit an den Vermieter zahlen. Der Vermieter kann auf diese Weise sicherstellen, dass nach Ihrem Auszug keine Forderungen an Sie als Mieter offen bleiben. Der Vermieter ist grundsätzlich verpflichtet, die Kaution zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz und von seinem Vermögen getrennt anzulegen (sogenanntes Mietkautionskonto). Andere Anlageformen sind zulässig, sofern sie zwischen Vermieter und Mieter vereinbart werden. Der Vermieter muss Ihnen die Kaution nach Rückgabe der Wohnung mit den Zinserträgen zurückzahlen. Sie haben nur dann Anspruch auf Rückzahlung der vollen Kaution, wenn Sie alle Forderungen des Vermieters beglichen haben, das heißt, wenn keine Miet- und Nebenkosten mehr offen sind. Er darf die Kaution auch aufwenden, um von Ihnen, Ihren Gästen oder Untermietern verursachte Schäden in der Wohnung reparieren zu lassen. Die Höhe der Kaution darf höchstens drei Monatsmieten (ohne Nebenkosten) betragen und kann in drei gleichen monatlichen Raten an den Vermieter gezahlt werden. Die erste Rate ist bei Beginn des Mietverhältnisses fällig.

Tipp!

Sie können die Kaution – je nach Vereinbarung mit dem Vermieter – entweder an ihn zahlen oder in Form einer Bankbürgschaft in Höhe der Kautionssumme aufbringen. Dabei verpflichtet sich Ihre Bank, für eventuell offene Forderungen des Vermieters bis zur Höhe der Bankbürgschaft zu haften.

Da in Deutschland Wohnungen nur selten möbliert vermietet werden, kann es vorkommen, dass Ihnen der Vormieter anbietet, Einrichtungsgegenstände zu übernehmen (z.B. eine Einbauküche, Einbauschränke, Teppichboden). Mit der Zahlung einer Ablösesumme werden Sie Eigentümer der betreffenden Gegenstände. Wichtig ist, darauf zu achten, dass der Vormieter nur den Zeitwert der Gegenstände verlangt. Dieser ist abhängig vom Neupreis, Alter und Zustand. Sie sind allerdings nicht verpflichtet, Einrichtungsgegenstände vom Vormieter zu übernehmen.